Start Verbraucher & Aktionen Anti-Plastik-Demo vor Berliner Reichstag

Anti-Plastik-Demo vor Berliner Reichstag

Mit prominenter Unterstützung wurde am 26. September auf und an der Spree vor den Augen der Bundesregierung gegen unnötigen Plastikmüll demonstriert.

Schauspieler Hannes Jaenicke, Plastic-Planet-Regisseur Werner Boote und Umweltbloggerin Louisa Dellert setzten dabei gemeinsam mit dem Wassersprudler-Hersteller SodaStream und rund hundert Demonstranten ein Zeichen im Kampf gegen die Plastikflut. Sie forderten die Regierung auf, aktiv zu werden und Gesetze gegen PET-Einwegflaschen & Co. zu verabschieden. Höhepunkt der Demo war der Sprung der Umweltbotschafter von einem Solarboot in ein Meer aus Plastikflaschen, in dem die Weltkugel symbolisch ertrinkt.

„Jede Stunde werden 675 Tonnen Müll im Meer entsorgt, Hunderttausende Meerestiere sterben, weil sie unseren Plastikmüll fressen, und im Pazifik schwimmt eine Insel aus Plastik, die mittlerweile acht Mal so groß ist wie Deutschland – so kann es nicht weitergehen!“, sagt Jaenicke. „Allein in Deutschland werden pro Stunde zwei Millionen PET-Einwegflaschen verbraucht.“

Wie der Schauspieler sieht auch Ferdinand Barckhahn, Geschäftsführer SodaStream D-A-CH, das Problem nicht allein bei den Verbrauchern: „Die Zeit ist reif, wir fordern von der Bundesregierung, die Augen nicht mehr zu verschließen und unnötiges Plastik endlich zu verbieten! Denn es gibt deutlich bessere Alternativen.“

Für die Protestaktion wurde die Spree im Bereich des Reichstages vollständig gesperrt, wodurch die rund drei Meter hohe Weltkugel, schwimmend in einem Meer aus mehr als 30.000 PET-Einwegflaschen, vor dem Reichstag richtig zur Geltung kam. Eine Flotte von fünf Solarbooten, von denen vier Stück das Plastikmeer und die Weltkugel schleppten, sorgte ebenfalls für Aufsehen.

Dann griffen Hannes Jaenicke, Werner Boote und Ferdinand Barckhahn zum Megafon: „Die Botschaft ist klar: Die Welt ertrinkt im Plastikmüll! Deutschland muss endlich anfangen, mit dem Plastikwahnsinn aufzuhören!“ Von einem lautstarken Publikum mit Bannern, Fahnen und Fanfaren vom Spreeufer aus unterstützt, sprangen die Umweltbotschafter dann – gekleidet in Neoprenanzüge – in das Meer aus Tausenden Plastikflaschen hinein.

Schon seit Langem setzen sich SodaStream und Hannes Jaenicke gemeinsam gegen unnötigen Plastikmüll wie PET-Einwegflaschen ein und scheuen dabei auch nicht vor spektakulären Aktionen zurück. Erst im Mai konnten sie mit einer Guerilla-Aktion die Petition „Goodbye Plastic Bottles“, die inzwischen mehr als 133.000 Unterschriften zählt, medienwirksam an Bundesumweltministerin Svenja Schulze übergeben. „Wir werden so lange protestieren, bis die Politik Gesetze beschließt, die den immensen Plastikverbrauch hierzulande einschränken“, kündigte Jaenicke an.

Mit der Kampagne „Goodbye Plastic Bottles“ und der Petition soll unter anderem ein Komplettverbot von PET-Einwegflaschen bis 2025 erwirkt werden. Weitere Forderungen sind die gesonderte Besteuerung von PET-Getränkeflaschen und Plastiktüten, das Erreichen eines Einweganteils von maximal 20 Prozent, ein Werbeverbot für Getränke insbesondere in Einwegplastikflaschen, sowie die Verpflichtung der Hersteller und Produzenten, für Umweltschäden aufzukommen. sk